Kiba;; heaven`s a lie

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Kiba

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Caesul || Meutenmitglied
1

Kiba;; heaven`s a lie am 2012-04-06, 13:48

HEAVEN`S NOT ENOUGH


Allgemeine Daten – Persönliches auf einen Blick

Name
Kiba. Ganz einfach und kurz. Nur Kiba. Keine Abkürzung, keine Spitznamen. Das ist mein Name. Passend wie so wenig in meinem Leben.

Titel
Mein Titel? Meine Mutter nannte mich stets einen Engel ... Nun, ich würde mich selbst eher als fallen angel, als gefallener Engel, bezeichnen. Ich bin schon lange kein Engel mehr. Gefallen bin ich. Gebrochen. Und doch, noch immer bin ich am Leben. Nach all der Zeit. Nach all dem was ich getan und gelassen habe. Innerlich zerbrochen, lebe ich weiter. Gefallen und wieder aufgestanden setze ich eine Pfote vor die andere. In dieser verfluchten Welt.

Bedeutung
Kiba. Das heißt Reißzahn. Wie schon gesagt. Passend. Er zeigt was ich bin. Ein Krieger. Ein Reißzahn. wild und beschützerisch. Aber es hat nicht gereicht? Nicht wahr?

Spitzname
Nun ... es gibt Wölfe die mich als Monster oder Bestie bezeichnen. Doch was haben sie schon für eine Ahnung, was wissen sie schon von mir?

Alter
4 ½ Jahre verbringe ich nun schon auf dieser Welt. 4 verdammte Jahre des Leids und des Schmerzes. Des Verlusts und des Hass.

Rasse
Ein reinrassiger Mackenzie-Wolf bin ich, wie so viele meines ehemaligen Rudels. Das gleiche Blut fließt in meinen Adern. Mögen sie sich auch so sehr das Gegenteil wünschen.

Geschlecht
Ein Rüde natürlich. Wie man wohl durchaus erkennen kann. Ein Rüde stark und stolz. Einer der in der Lage sein könnte zu kämpfen und zu beschützen. Nun, ich habe versagt. Es hat nicht gereicht. Die, die ich hätte beschützen sollen, rettete mir das Leben und gab ihr eigenes dafür.

Herkunft & Familie – Sie haben mich geprägt und geformt

Herkunft
Ich bin in meinem Leben schon an zu vielen Ort gewesen, um mich noch an einen einzelnen genau erinnern zu können. Ich habe keine Ahnung wo dieser Ort liegt. Es ist mein Geburtsort? Was soll ich dazu schon sagen. Es sind sicher keine schönen Erinnerungen, die mich an jenen Ort binden.

Geburtsrudel
Moonlightshadows. Was soll ich dazu sagen. Zu diesen kleinen, verlogenen Kötern. Was soll ich schon sagen zu jenen feigen Mördern, die mich verjagten? Zu jenen, die mein Leben zerstörten.

Vater & Mutter
PackoxxJade

Geschwister
Ich hatte zwei Schwestern. Einmal Soul, sie war die Jüngste. Eine kleine, zierliche Fähe. Keiner Fliege konnte sie etwas zu leide tun. Kein böses Wort kam je über ihre Lefzen. Ich weiß nicht was jetzt mit ihr ist. Lebt sie noch immer in diesem Pack von Lügnern und Verrätern? Wie zerbrechlich sie doch war ... Ich hätte sie nicht allein lassen dürfen. Nicht für meine persönliche Rache. Nein, für nichts auf der Welt. Was konnte sie schon für Amals Tod? Doch ich habe es schon wieder getan. Schon wieder hatte ich die im Stich gelassen, die ich liebte.
Dann wäre da noch Takenya. Takenya, die Menschenfreundin. Takenya, die Verräterin. Takenya, die Verbannte. So wurde sie genannt von ihren ehemaligen Rudelmitgliedern. Ja, liegt so etwas nicht in der Familie? .... Solche Worte. Solche Worte aus dem Maul eines feigen Mörders der sogar seinesgleichen tötet? Es war nicht ihre Schuld. Es war nicht ihr Vergehen. Dies ging allein mich etwas an. Mich und Shadow. Unser Kampf den er auf Amal begonnen und schließlich auf ihren Schultern weitergeführt hat. Wieder hatte er es geschafft. Zwar wurde Takenya nicht getötet, aber verloren habe ich sie trotzdem. Sie ist geflohen und falls sie noch leben sollte, ist ihr momentaner Aufenthaltsort mir nicht bekannt.

Gefährte
Gefährtin ... ja, ja, es gab eine Fähe in meinem Leben. Ja, ich durfte erfahren was es bedeutet zu lieben. Amal ist ... Amal war eine Wölfin, wie es sie nur einmal auf dieser verfluchten Welt geben wird. Ich sollte dankbar sein wenigstens eine kurze Zeit mit ihr verbringen zu dürfen. Doch ich bin es nicht. Nein verdammt noch mal. Ich bin es nicht! Die Zeit mit ihr war unvergleichbar, doch wie viel härter ist dafür jetzt der Verlust. Niemals werde ich wieder so sein können, wie ich damals war. Niemals. Ich werde mein Leben lang dafür büßen müssen. Dafür das ich nicht in der Lage war sie zu beschützen. Nicht einmal dieses eine Mal. Er hat sie getötet. Shadow, der Sohn des Alphas. Und ich konnte nichts tun. Ich stand nur da. Wie gelähmt. Nie werde ich mir jenen Tag vergeben können. Es heißt es gibt Vergehen zwischen Himmel und Erde für die man nicht sterben darf. Vergehen, die nicht mit dem erlösenden Tod bestraft werden, sondern mit dem Leben. Vergehen wie meine Feigheit.

Nachkommen
Nein. Amal hatte sich stets Welpen gewünscht, doch unsere kurze Zeit zusammen konnte ihr diesen Wunsch nicht erfüllen. Ich habe keinen Nachwuchs und werde ihn auch nie haben. Nie wieder werde ich in der Lage sein zu lieben, wie ich Amal geliebt habe.

Sonstige
Shadow. Ja, ich denke diese kleine Made sollte hier genannt werden. Er ist der Fluch meines Lebens. Er hat alles zerstört was ich liebte. Er tötete Amal und er hat Takenya auf dem Gewissen, dessen bin ich mir sicher. Ich hätte ihn getötet, diese kleine Ratte, doch er konnte fliehen. Sollte ich allerdings je erfahren, dass er Soul etwas angetan hat, dann werde ich zurückkehren, egal in welchem Loch er sich auch versteckt, ich werde ihn finden – und töten. Koste es was es wolle. Koste es mein Leben.

Doch noch einen will ich hier nennen. Avi. Du warst ... mein erster wirklicher Freund. Als alle anderen mich verachteten, hast du zu mir gehalten. Nie habe ich dir dafür gedankt, nur verspottet habe ich dich. Zu allem möglichen Unfug habe ich dich angestachelt. Umgebracht habe ich dich. Du bist tot wegen mir. Keine Ahnung ob du mir je verzeihen könntest. Ob ich mir je verzeihen kann. Ach, Avi, selbst für deinen Tod muss ich dir noch danken, nur wegen dir bin ich mit deiner Schwester Amal zusammen gekommen ...
Alles, was mir jetzt noch für euch zu hoffen bleibt, ist, das ihr zwei nun gemeinsam dort oben durch die Sterne jagt.

Aussehen – Mein Spiegelbild

Aussehen
Ja, ich bin ein stattlicher Wolf. Größer als die meisten meiner Art. Kräftig und muskulös. Ein perfekter Rüde. Ja, dass ist mein Äußeres. So sehe ich aus, dafür halten mich die Wölfe. Selten sehen sie hinter die Maske die das Innere verbirgt. Selten lasse ich es soweit kommen.

Mein Fell scheint vielen als zu kurz für die harten Winter, die es in meiner Heimat des öfteren gibt. Doch die Dichte meiner Unterwolle sollte nicht unterschätz werden. Hinzu kommt mein grobes Deckhaar das mich schon oft vor den schlechten Witterungsverhältnissen geschützt hat.

Doch es ist nicht nur meine Größe die mich zu solch einem respekteinflössenden Rüden macht. Hinzu kommen meine breiten, mächtigen Schultern und der tiefe, muskulöse Brustkorb, weiß der Himmel wo her ich das bei meinem kleinen, schlaksigen Vater und meiner zierlichen Mutter habe. Ein Geschenk von Mutter Natur, wie ich früher immer dachte. Früher, bevor ich gelernt habe, dass es auf dieser verdammten Welt keine gnadenlosere Mutter gibt als sie.
Meine langen Läufe sind bestens gemacht für schnelle Sprints. Enden in großen, mächtigen Tatzen, die selbst auf unwegsamen Gelände besten Halt geben und mit ledernen Sohlen besetzt sind, die selbst bei längeren Wanderungen nicht zu bluten anfangen und sich nur selten größere Verletzungen zuziehen.

Zwar kann man es unter meiner dicken Unterwolle nur schlecht erkennen - sie gibt mir stets ein massiges und mächtiges Erscheinungsbild - doch eigentlich bin ich gar nicht so muskelbepackt wie es oft scheint. Viel mehr zieht sich eine dünne, aber dafür umso stählerne und beweglichere Schicht von Sehnen und Muskeln über meinen Körper. Schützt mich gemeinsam mit meinem dicken Pelz stets vor gröberen Verletzungen und größeren Fleischwunden, nimmt aber gleichzeitig nichts von meiner Agilität und Schnelligkeit. Wenngleich ich mit den letztgenannten wohl hinter schlankeren und kleineren Wölfen herstehe.

Augenfarbe
Meine Augen? Grau sind sie. Grau wie meine Seele. Grau wie der Winter nach dem farbenfrohen Herbst. Einst gefüllt mit Gutmütigkeit und Sanftheit, liegt nur noch Schmerz und Gleichgültigkeit in ihnen.

Fellfarbe
Mein Fell ist reinweiß. Weiß wie der frischgefallene Neuschnee wenn der Winter beginnt. Weiß wie die Gischt des reißenden Baches an dem ich als Welpe so oft gespielt hatte und in dem mein Welpenfreund ertrunken ist. Weiß wie die Angst in den Augen meiner Gegner. Es ist die Farbe der Reinheit und der Unschuldigkeit. Die, die ich verkörperte. Damals, vor so langer Zeit. Zu langer Zeit.

Abmessungen
Wie schon erwähnt, bin ich einer der größten meiner Art. Ganze 90cm bin ich groß. Etwa zwei Meter dazu noch in die Länge und ein Gewicht von 50kg habe dazu auf den Rippen.

Charakter – Hinter dem Schleier

Charakterzitat
Wer keine Freunde hat, hat nur Feinde. Ja, das ist die bittere Wahrheit, die ich in meinem Leben so oft erfahren musste.

Charakter
Über mich willst du etwas wissen? Gerade über mich? Weißt du, selten kam ein Wolf weiter als du. Kaum einer weiß so viel von mir als du in so kurzer Zeit. Doch ich will, dass du es weißt. Nicht so wie die anderen. Dass du weißt wer und was ich bin. Das du es vielleicht sogar verstehst.
Ich will nichts beschönigen und dennoch, ich will mit meinen Stärken beginnen. Allein davon gesehen was ich gut kann, muss ich meine körperliche Stärke nennen. Nicht zuletzt wegen ihr bin ich ein solch guter Jäger und Kämpfer. Ein solch guter Mörder.
Ich weiß, dass ich keine Skrupel davor besitze jene zu töten, die meinen Liebsten etwas angetan haben. Ich habe bewiesen, dass Emotionen wie Hass oder Schmerz mein Denken beeinflussen, ja, sogar völlig übernehmen können. Ich bin nicht stolz darauf. Nein, das will ich nicht gesagt haben. Aber so ist es. So ist es nun einmal. Das ist es was aus meinem sonst so kühlen und rationalen Ich wird. Ja, für gewöhnlich bin ich eigentlich ein äußerst ruhiger und gelassener Wolf, der sich so schnell von nichts aus der Ruhe bringen lässt. In der Regeln merkt man mir mein Alter durchaus an. Ich bin nicht mehr der hyperaktive Jungwolf von damals. Die lange Zeit der Einsamkeit und des Schmerzes hat mich Gelassenheit und Ruhe in Angesicht der Unendlichkeit der Erstgenannten, die fortan mein Leben füllen werden, gelehrt.

Ich lasse mich nicht mehr so leicht provozieren wie damals. Nein, ich habe gelernt meine Chancen abzuwägen, nur noch dann zu kämpfen wenn der Sieg auf meiner Seite steht. Es mag dir vielleicht nicht bewusst sein welche komplexen Gedankengänge in mir Vorgehen. Welche Entscheidungen ich innerhalb von Sekundenbruchteilen treffe, während andere noch damit beschäftigt sind ihren Ärger und ihre Wut zu verkraften. Nein, das Verhalten meiner Eltern hat mir deutlich gezeigt was ich einmal nicht werden will. Härter und ehrgeiziger als die meisten Gleichaltrigen in meinem Geburtsrudel habe ich trainiert. Dies zahlt sich nun aus. Nun, da ich ein Einzelgänger bin. Ein Streuner. Ein Verbannter. Nichts mehr gemein habe mit jenen edlen Rudelwölfen. Doch noch immer fließt das selbe Blut in meinen Adern. Noch immer bestimmt die selbe Art zu Denken mein Handeln.

Darüber hinaus bin ich vor allem eins. Ehrlich. Ich halte nichts zurück. Zu oft musste ich die bitteren Früchte der Unehrlichkeit anderer ernten. Es mag zwar hart sein, die Wahrheit ins Gesicht gesagt zu bekommen. Doch wie viel härter ist es die Lüge auf anderen Weg aufzudecken? Ebenso wenig habe ich etwas dagegen selbst mit der selben Ehrlichkeit behandelt zu werden, ich kann ordentlich was einstecken. Ich bin nicht unbedingt nachtragend und kann recht gut unterscheiden wann etwas ernst gemeint ist und wann nicht. Ich hab einen sehr feinen, wenn auch eher sarkastischen und schwarzen Sinn für Humor. Wie schon gesagt, ich bin hart im Nehmen, aber genauso hart im Geben. Wenn du verstehst was ich meine? Du solltest durchaus einstecken können, wenn du dich mit mir anlegst.


Nun gut, jetzt zu den Schwächen ... es sind Dinge über die ich nicht gern rede. Sie machen mich verletzbar und das kann ich nicht leiden Ich hasse es von anderen abhängig zu sein, schwächer zu sein und zu unterliegen. Ich bin ein Kämpfer – und jeder Kämpfer will auch siegen. Jeder Kämpfer ist tief in seinem Herzen der Meinung unbesiegbar zu sein, unsterblich und unbrechbar. Ich weiß, dass das Gegenteil der Fall ist, doch noch immer bin ich ein Kämpfer. Hoffnungslos. Aussichtslos. Gebrochen und doch wieder aufgestanden. Ich kämpfe noch immer. Tief in meinem Herzen werde ich immer kämpfen. Mit der Mauer aus Schmerz und Leid, die sich um mein Herz errichtet hat. Ich weiß nicht ob ich jemals wieder siegen werden kann. Doch ich werde nicht aufgeben. Bis zum letzen Atemzug werde ich kämpfen.

Aber gut, du sollst auch über die Schwächen meines scheinbar unbesiegbaren Äußerem erfahren. Das größte wäre wohl der Verlust den ich ertragen musste. Ich mag zwar noch immer leben, noch immer kämpfen und nach außen hin ein starker, gestandener Wolf sein. Doch ich bin es nicht. Verdammt noch mal. Ich bin es nicht. Werde es nie wieder sein. Nie bin ich über Amals Tod hinweg gekommen. Nie werde ich darüber hin weg kommen. Nie werde ich wieder so leben, kämpfen und sein können wie damals. Ich bin innerlich zu oft zerbrochen und gestorben. Vielleicht siehst du es mir nicht an. Nein, meine Maske sitzt perfekt. Zu perfekt. Sie ist zu sehr Teil meines selbst geworden, um dir jetzt zeigen zu können was ich wirklich bin. Viele halten mich dafür für gefühlskalt und arrogant. Doch sie haben keine Ahnung. Was wissen sie schon? Was wissen sie schon von mir? Was wissen sie schon davon was ich erleiden musste in meinem verdammten Leben? Wie können sie sich anmassen auch nur annähernd über meinen Schmerz Bescheid zu wissen, ihn auch nur ansatzweise verstehen zu können? Diese Maske die sie als Arroganz verkennen ist Teil meines Lebens, Teil meines Überlebens geworden. Ich kann nicht sagen, dass ich gelernt hätte mit dem Schmerz zu leben. Nein, viel mehr habe ich gelernt ihn zu unterdrücken. Ihn tief in mir verborgen zu lassen. Ihn nie an die Oberfläche zu lassen. Nicht an meine perfekte, glatte Oberfläche.

Viele meinen, ich wäre hart und kompromisslos. Und ja, ja ich denke sie haben recht. Das Leben macht keine Kompromisse. Das Leben ist hart. Zumindest hat es sich mir stets von dieser Seite gezeigt. Und genauso reflektiere ich es auch nach außen. Was nützt es schon stets in einem süßen Traum gehegt zu werden, wenn das bittere Erwachen ohne hin kommt. Mhhh? Ich bin nicht fies. Nur ehrlich.

Stärken
+ Kämpfen.
+ Ehrlich.
+ Taktisch.
+ Humorvoll.
+ Hart im nehmen, aber auch geben.


Schwächen
- Sarkastisch.
- Hart.
- Kompromisslos.
- Zerbrochen.
- Unnahbar.


Vorlieben
  • Ruhe.
  • Jagen.
  • Schnee.
  • Kälte.
  • Regen.

Abneigungen
  • Wasser(Seen etc.).
  • Hitze.
  • Spaßvögel.
  • Abhängigkeit.
  • Reden.

Vergangenheit – Durchlebte Zeiten

Vergangenheit
... once upon a time ...
Geboren wurde ich an einem stürmischen Frühlingsmorgen, der mehr an einen jener widerlichen, grauen Herbsttage Anfang des Winters erinnerte. Wenn einem das feuchte Fell am Körper klebt und die Kälte einem langsam aber sicher auch den letzen Rest an Wärme aus dem Körper zieht. Ja, so wurde es mir später stets erzählt. Später als ich größer war. Alt genug um zu begreifen was ich bin. Und das wurde mir schon recht schnell klar gemacht. Aber gut, der Reinfolge nach. Das erste an das ich mich erinnern kann ist nicht viel anders, wie bei den meisten anderen Wölfen. Gut kann ich mich noch an das warme Fell meiner Mutter erinnern, in das meine Geschwister und ich uns in den mitunter noch kühlen Nächten gekuschelt haben. Nun, es sind durchaus schöne Erinnerungen die ich an damals habe. Eine solche Geborgenheit und Sicherheit sollte ich später nie wieder verspüren. Ich war ein unbeschwerter und fröhlicher Welpe damals. Mit dem unschuldigen Vertrauen eines Jungtieres beschritt ich die Welt, die sich für mich auf die kleine Höhle, meine Mutter und meine Geschwister beschränkte. Was wusste ich schon von dem Unheil das wie eine graue Gewitterwolke über unserer Geburt lag. Was wusste ich schon von den strengen Regeln, die das Zusammenleben des Rudels bestimmten? Was wusste ich überhaupt von einem Rudel? Nichts wusste ich. Gar nichts. Doch Unwissenheit ist kein guter Schutz. Es mag eine Ausrede sein, aber das interessiert niemanden. Ich hatte keine Ahnung davon, dass meine Eltern nach dem Gesetzt des Rudels gar keine Welpen bekommen durften. Hatte keine Ahnung, doch wie oft sollte ich noch erfahren, dass das nichts ausmachte? Es war ihnen völlig gleich. Ihnen, die all jene Regeln aufstellten. Regeln die für jeden in voller Härte galten. Für alle, nur für sie nicht.
Ich wuchs also heran, als kleiner unschuldiger Engel. Bald wurden meine Geschwister und ich größer. Wilder. Neugieriger. Angezogen von der vierten Wand aus Licht, wagten wir uns immer näher in jene Richtung. Woher sollten wir auch den Grund kennen, weshalb uns unsere Mutter stets wieder von dort verjagte? Als wollte sie uns verstecken. Erst viel später sollte ich verstehen, dass sie das tatsächlich auch wollte. Sie wollte uns verbergen, uns beschützen. Doch die Neugier war stärker als alles andere. Stärker selbst als die Bindung zu unserer Mutter. Und so wagten wir es tatsächlich eines Tages hinaus. Hinaus in eine neue, unbekannte Welt. Schafften es unserer Mutter zu entkommen und machten unsere ersten Entdeckungstouren. Nie besonders lang. Nur bis uns unsere Mutter wieder zurück in die Höhle drängte. Und wir von neuem auf eine Moment ihrer Unachtsamkeit hofften.
Bis sie es dann eines Tages einsah. Bis sie uns dann eines Tages von sich aus mit nach „draußen“ nahm. Hinaus in diese neue Welt. Später sollte ich mir manchmal wünschen, sie hätte es nie getan. Wünschen, dass wir noch immer so unwissend, so unschuldig in jener Höhle sitzen würden. Gemeinsam. Alle zusammen. Doch ist man hinter her nicht immer schlauer? Weiß man später nicht immer irgendwie mehr? Egal ob es nun im Guten oder im Schlechten ist. War es bei mir doch zu oft letzteres ...
Doch bleiben wirt bei der Reinfolge. Wir entdeckten also unter den wachsamen Augen unserer Mutter die Welt. Es war alles in allem eigentlich eine schöne Kindheit. So wie viele andere auch. Wir waren tollpatschig, verspielt, unglaublich neugierig und lernten so schnell, wie nur Welpen das können. Doch es gab noch etwas, an das ich mich erinnere, erst jetzt kann ich es wirklich zuordnen. Damals gehörte es einfach dazu. Wie die Bäume, die Vögel und das Gras. Es war einfach Teil dieser Welt. Wussten wir damals doch noch nicht, dass es auch anders geht. Es war der Blick, den uns so viele Wölfe zuwarfen. Abschätzend, kühl, manchmal wandten sie sich auch einfach schnell ab, als wäre es ein Verbrechen mit uns zu reden, uns nur anzusehen. Erst später beobachtete ich wie viel anders sie dagegen bei den Welpen anderer Wölfe reagierten. Das warme Glitzern in ihren Augen, mit dem sie sich über jene jungen, neuen Mitglieder des Rudels freuten. Ich verstand es nicht. Warum hassten sie uns? Was hatten wir ihnen getan? Waren wir nicht genauso, wie all die anderen auch? Nein, das waren wir nicht. Wir waren ganz anders. Wir waren unerlaubt. Gegen das Gesetzt. Gegen das Alphapaar. Wir wurden geduldet, ja, das wurden wir. Warum auch immer. Vielleicht war es tatsächlich ein Anflug von Mitleid. Wäre es doch zu herzlos eine junge Mutter mit ihren Neugeborenen einfach zu verbannen. Vielleicht konnte das Rudel es sich nach den harten Winter auch nicht leisten noch mehr Wölfe zu verlieren. Ja, wir wurden geduldet. Doch akzeptiert wurden wir deshalb noch lange nicht.
Das dauerte. Dafür mussten wir uns erst beweisen. Wir wuchsen also, wurden noch älter. Schließlich lernten wir Jagen und Kämpfen. Uns und andere zu verteidigen. Ja, wir fanden sogar Freunde. Obwohl, das war der Moment in dem sich „Wir“ endgültig in „Ich“ änderte. Ich war es der Freunde fand. Ich war es, der sie mit meinen Schwestern bekannt machte. Ich wurde fast so etwas wie beliebt. Ich war hilfsbereit, immer freundlich und bemühte mich stets es älteren Wölfen recht zu machen. Ich war der Jugendschwarm aller Fähen, der Rivale aller gleichaltrigen Rüden. Und dennoch, auch zu meinen männlichen Altersgenossen hatte ich zumeist ein kumpelhaftes Verhältnis. Besonders einer war zu meinem Freund geworden. Avi. Ein schwächlicher, kleiner Außenseitertyp. Etwas jünger als ich. Doch er war einer jener gewesen, der zuerst mit mir, mit dem Verbotenem, sprach. Wir spielten viel gemeinsam. Übten spielerisch Kämpfe, auch wenn ich stets der Gewinner blieb. Ich glaube, ich war so etwas wie sein Held. Immer lief er hinter mir her und ich wusste einfach, dass er mich bewunderte. Bis eines Tages dieser ... „Unfall“ geschah. Wir machten viel Unfug gemeinsam. Beziehungsweise, ich machte Unfug und er machte ihn nach. So auch an jenem tag. Wir hatten uns heimlich an den Bach geschlichen. Nur ja, genau genommen war es gar kein „Bach“ eigentlich war es ein ausgewachsener, reißender Fluss. Nicht allzu breit, aber nicht minder gefährlich. Meine Mutter hatte mir eingeschärft mich ihm nie, aber auch wirklich niemals, näher als drei Wolfslängen zu nähern. Aber genau das machte doch die Faszination aus, oder? Wir gingen also näher, kletterten die steile Böschung hinab. Mit einem herausfordernden Blick sah ich zu Avi. „Wetten du traust dich nicht da rüber zu springen?“, fing ich an. So wie immer. Avi antwortete nicht, er starrte nur mit angstgeweiteten Augen in die weiße Gischt. „Also ich trau mich!“, erwiderte ich mit einem lässigen Grinsen auf den Lefzen. Und das tat ich schließlich auch. Ich traute mich. Tat ich immer. Ich nahm also Anlauf. „Nein, nein, das tust du nicht. Nicht wirklich ... Kiba, oder?“, flüsterte er, sein Blick wanderte gehetzt vom Fluss zu mir. Doch an dem Ausdruck in seinen Augen erkannte ich, dass er längst wusste, dass er mich nicht aufhalten konnte. Wie genau ich mich noch erinnere? Nach all den Jahren ... verrückt. Und ich tat es wirklich. Rannte und sprang in einem mächtigen Satz auf die andere Seite. Mit den Vorderpfoten krallte ich mich in der feuchten Erde fest, doch meine Hinterläufe rutschten ab. Am Bauch spürte ich die Spritzer des reißenden Gewässers. Mit aller Kraft zog ich mich an Land. Keuchend blieb ich einige Herzschläge liegen. Dann sprang ich wieder auf. „Kinderspiel!“, gab ich nach drüben zurück und nachdem Avi keine Anstalten machte zu folgen, „Feigling!“ „Bin kein Feigling“, nuschelte er. „Dann beweis es!“, forderte ich ihn erneut heraus. Avi machte einige Schritte zurück, dann: „In Ordnung, ich mach`s, bin doch kein Feigling.“ Und dann tat er es, nahm Anlauf, so wie ich zuvor und dann sprang er ab. Der Anblick wäre lustig gewesen. In einer anderen Situation vielleicht. Mit dem Bauch platschte Avi auf der Oberfläche des Flusses auf. Für einen winzigen Moment trafen sich unsere entsetzen Blicke, dann war er weg. Weggerissen von der reißenden Gischt des Flusses. Und ich stand einfach nur da. Wie gelähmt, starrte auf das dunkle Wasser in dem Avi verschwunden war. Irgendwann, weiß der Himmel wie lang ich so da stand, aber irgendwann, rührte ich mich wieder. Sprang zurück auf die andere Seite. Dumpf kam der Aufprall auf der anderen Seite. Noch immer hing Avis Geruch in der Luft. Und dann rannte ich plötzlich los. Jagte zurück ins Lager meines Rudels. Hatte plötzlich das Gefühl neben mir zu stehen, keine Kontrolle mehr über mein Handeln zu haben. Mit klarer Stimme verkündete ich Avis tot. Gejagt hatte wir. Einen Hasen. Direkt auf den Fluss war er zugerannt, das dumme Tier, ich, Kiba, hatte geschrieen. Doch Avi war dem tödlichen Gewässer immer näher gekommen. Ich hatte nichts mehr für ihn tun können. Mit bestürzten Mienen nahmen sie mir die Geschichte des entsetzen Jungwolfes ab. Noch zu sehr unter Schock um zu realisieren, was geschah.
Ich bin ein Mörder. Das weiß ich. Wusste es schon damals. Doch alles was zählte war, dass sie es nicht wussten.

... i was fallin` in love ...

Doch all das hatte noch eine andere Seite. Es war die Schwester von Avi, die eines Tages wieder kam. Zum Mörder ihres Bruders. Doch wie in so vielem war ich auch im Lügen ein Meister. So kam sie also zu mir. Zum ersten Mal. Meine Amal. Keine Ahnung warum sie es tat. Vielleicht war sie der Meinung als sein bester Freund könnte ich am ehesten verstehen was sie fühlte. Konnte ich nicht. Heute weiß ich was sie wohl gespürt haben musste, doch damals waren es vor allem unfassbare Schuldgefühle, die mich quälten. Aber ich war schon zu tief drin in dieser Lüge, um noch einmal den Weg hinein zu finden. Ja, manchmal glaubte ich sogar selbst die Geschichte, die ich allen anderen erzählten. Manchmal glaubte ich selbst, dass ich noch jener unschuldige Jungrüde war, der hilflos den Tod seines Freundes mit ansehen musste. Doch so war es nicht, so war es verdammt noch mal nicht. Ich war hilflos, ja das stimmt. Hilflos gefangen in diesem Netzt aus Lügen und Schuld, dass ich selbst gesponnen hatte. Doch jetzt konnte ich es erst recht nicht lösen. Nicht jetzt. Jetzt wo sie da war. Amal. Sie redete viel mit mir. Wir unternahmen viele Spaziergänge in den nahen Wald. Nur nie zum Fluss. Jagten zusammen. Redeten. Trösteten uns gegenseitig. Und bald war es nicht mehr Avi über den wir redeten. Nein, ihn hatten wir bald vergessen. Nur noch manchmal sah ich ein trauriges Aufblitzen in ihren Augen. Doch immer dann änderte ich das Thema, lenkte es in andere Bahnen. Machte einen Witz, oder warf sie spielerisch um. Bis ein kleiner „Kampf“ zischen uns entstand. Na ja, sie kämpfte mehr. Wie eine Wilde sprang sie um mich herum. Schnappte nach mir oder verpasste mir Pfotenhiebe, bis ich um Verzeihung bat und mich ihr unter Lachen unterwarf. Dann lagen wir beide nebeneinander auf dem Waldboden und verschnauften. So ging es lange Zeit. Manchmal kamen auch meine Schwestern Takenya und Soul mit.
Amal freute sich, wenn wir alle zusammen unterwegs waren. Doch wenn es nach mir gegangen wäre, wären ich und Amal nur allein jagen und spazieren gegangen. Ich wollte sie nicht mit den anderen teilen. Vor allem nicht unsere gemeinsame Zeit. Ich liebte sie. Ja, das tat ich. Auch wenn sie es noch nicht tat. Vielleicht wollte sie unsere Freundschaft nicht gefährden. Vielleicht war sie aber auch noch gar nicht soweit. Doch ich konnte warten. Und ich wartete, dachte es wäre tatsächlich einer der erstgenannten Gründe. Bis ich es dann erfuhr. Erfuhr was der wahre Grund für ihr Zögern war. Es gab einen anderen, einen anderen Rüden, der sie liebte. Shadow, der Sohn des Alphas. Ich erfuhr nie, ob sie diese kleine Ratte auch geliebt hatte, oder ob sie sich nur nicht traute, sich ihm zu widersetzen. Das war ein Thema, dass sie stets mit tiefen Schweigen quittierte. Doch was konnte ich mich schon anmaßen, ihr vorzuschreiben über was sie zu reden hatte und über was zu schweigen. Wie viele Themen gab es doch, die ich um jeden Preis vermeiden wollte. Nein, solches stand mir nicht zu. Nicht jemanden wie mir. Also ließen wir dieses Thema ruhen. Trafen uns nur noch selten. Nur noch dann, wenn uns niemand sah. Niemand von uns konnte Ärger gebrauchen. Schon gar nicht ich. Nicht mit dem Alpha. Ich ... ich weiß nicht was zwischen ihnen war. Habe wirklich keine Ahnung. Sie hat mir ja nie etwas erzählt. Und ich war glücklich, dass sie überhaupt noch etwas mit mir zu tun haben wollte. Das sie mich heimlich traf, wo sie doch eine Beziehung mit dem Alpha haben konnte. Ich fraß meinen Neid und meine Eifersucht in mich hinein. Nein, es nützte wirklich nichts, die auch noch an Amal auszulassen. Sie konnte ja wohl wirklich nichts dafür. Das lag nur an diesem Shadow. Trotzdem, ich habe keine Ahnung, wie lang ich das noch ausgehalten hätte. Doch dann eines Tages stand sie wieder da. Ganz öffentlich, am helllichten Tag traf sie mich im Lager. Unter allen anderen Wölfen. Wie lange hatten wir das nicht mehr gewagt? Ja, sie stand einfach da. Lächelte mich an und meinte: „Es ist vorbei.“ Einfach so, als spräche sie von einem lästigen Husten, den sie nach dem langen Winter endlich losgeworden war. Und genauso kam es uns auch vor, damals. Wir fühlten uns befreit. Freuten uns wie junge Welpen. Tollten herum. Jagten. Gingen spazieren. Wir waren nun offen Gefährten. Woher sollten wir auch wissen welche bösen Nebenwirkungen dieser „Husten“ noch entwickeln sollte?
Doch es kam, wie es kommen musste. So wie es immer kam. Nach dem Gesetz der Natur. Es musste Schatten folgen, auf all das Licht. Leid auf all die Liebe und Freude. Wie wörtlich ersteres doch zu nehmen war. Und der Schatten kam. Holte uns ein. Gerade an einen so schönem Sommertag wie diesem damals. Wir hatten Soul und Takenya diesmal mitgenommen. Ich hatte geflucht damals. Sie gehasst für ihre anhängliche, aufdringliche Art. Wie sehr würde ich mir heute wünschen, noch einmal Souls freudiges Lächeln auf ihren Lefzen zusehen, wenn ich dann endlich nachgab. Noch einmal Takenyas weiche Schnauze in meinem Fell zu spüren. Ihre dunklen Haare dann aus meinem strahlendweißem Pelz pflücken zu müssen. Ich vermisse die beiden so sehr. Ich werde mir wohl nie vergeben, sie früher so angemeckert und beschimpft zu haben. Nicht bei dem Schmerz, mit dem ich sie jetzt vermisse. Nicht bei dem Schmerz, mit dem ich jetzt an jenen Tag zurück denken muss. Heute kommt mir jene Zeit wie ein Traum vor. Ein süßer Traum, der zu schnell mit dem bitterem Erwachen endete. Wir jagten über diese volle, grüne Blumenwiese. Ich weiß nicht mehr, wer damals angefangen hatte, aber plötzlich waren wir losgerannt. Hatten dieses Wettrennen gestartet. Jeder von uns war so sehr mit „Gewinnen“ beschäftigt um ihn zu sehen. Unseren Schatten. Er stand einfach vor uns. Mit seinem nachtschwarzem Fell, den zusammengekniffenen, gelblichen Augen. Shadow. Hasserfüllt starrte er zu Amal und mir. Gerade hatte ich einen Satz zur Seite gemacht um ihr den Weg abzuschneiden, sie konnte nicht mehr bremsen, rannte in mich hinein, warf mich dabei um und wir rollten gemeinsam weiter über die Wiese, den sanften Hügel hinab. Und da sah ich ihn. Erst jetzt entdeckte ich ihn. Doch er musste uns wohl schon seit einer Weile beobachten. Ein tiefes Grollen kam aus seiner Kehle. Amal schreckte zurück, ich war mit einem Satz auf den Pfoten. Stellte mich dem dunklen Rüden in den Weg. Jetzt würde ich mich nicht mehr zurückhalten. Nicht jetzt wo Amal ihre Entscheidung getroffen hatte. Nicht jetzt wo sie mein war. Ich konnte es einfach nicht mehr. Nach all der Eifersucht, nach all dem Neid, den ich ertragen musste. Doch Shadow beachtete mich gar nicht. Sah einfach an mir vorbei zu ihr. Zu Amal. Zu meiner Gefährtin. „Mit dem – ...“ ,begann der Schwarze mit einem abschätzigem Nicken in meine Richtung – ohne mir dabei auch nur eines Blickes zu würdigen, „wirst du ganz sicher nicht glücklich. Dafür werde ich sorgen. Nicht mit diesem wertlosen, kleinen - ...“ Weiter kam er nicht. In diesem Moment setzte ich vorwärts und sprang diesen arroganten Möchtegern-Alpha an. Wir kämpften bis mein schneeweißes Fell getränkt war von Blut und Staub. Wir keuchten heftig. Für uns beide war dies eigentlich der erste wirkliche Kampf. Der erste, der mit dem Tod geendet hätte, wäre Shadow in diesem Moment nicht mit seinen verdammten, schmutzigen Tricks herausgerückt. Für einen Moment erschlaffte der Dreckskerl in meinem Griff. Ich ließ sofort los. Hatte mir man das nicht beigebracht? Erleichtert darüber, dass Shadow aufgeben hatte, wollte ich mich abwenden, als er mich plötzlich wieder ansprang. Er fand die weiche Stelle meines Brustpelzes, genau dort wo meine Kehle lag. Noch nie in meinem Leben hatte ich solche Panik verspürt. Noch nie in meinem Leben musste ich erfahren, was es bedeutet unmittelbar vom Tod bedroht zu werden. Allerdings hatte ich ganz sicher nicht vor zu sterben. Nein, diese Angst machte mich nur noch stärker, noch wilder. Ich wollte leben. Leben. Nur leben. Alles andere war unbedeutend in diesem Moment. Doch je mehr ich mich wehrte, je mehr ich mit allen vieren um mich schlug und versuchte mich zu befreien, desto fester biss sich Shadow, arbeitete sich langsam vor. Bis zu jenem gefährlich verletzbaren, tödlichen Ort wo meine Halsschlagader liegt. Gerade als ich mich fast schon abgefunden hatte, nichts mehr tun zu konnte. Gerade als ich aufgeben wollte, ließ Shadow mich plötzlich los. Ließ mich zurück in das nun plattgetrampelte Gras fallen und jagte davon. Erst später erzählte mir Takenya, das Amal ihn abgelenkt und von mir weggelockt hatte. Ein Wagnis, mit dem sie mit dem Leben bezahlen musste. Doch in jenem Moment war nur eines wirklich wichtig für mich. Ich war am Leben. Er hatte es nicht geschafft mich zu töten. Ich war noch immer am Leben.

... but now i`m only fallin` apart ...

Doch was nützte es, dass ich lebte, war sie doch tot. Sie, die Liebe meines Lebens. Amal. Sie ist tot. Getötet von ihm, Shadow. Meinem Todfeind. Dem Sohn des Alphas. Der glaubte sich alles rausnehmen zu können. Aber was wollte ich schon? Er konnte das selbe wie ich. Er konnte genauso lügen. Er war ein Mörder. So wie ich. Ein Lügner. Mit dem selben können wie ich. Ja, wenn ich heute so darüber nach denke haben wir so viel gemeinsam. Zu viel, dafür, dass er mein Leben für immer zerstörte. Und doch, damals sah ich das alles anders. Ich war gefangen in einer dumpfen, abgeschotteten Welt aus Schmerz und Hass. Nicht einmal meine Schwestern kamen noch zu mir vor. Ich lebte abwechseln in der Vergangenheit oder plante meine blutige Rache an Shadow. Ich war nicht mehr der immer freundliche, ausgeglichene, wenn auch manchmal etwas temperamentvolle und energiegeladener Jungwolf. Das hatte mich verändert. Shadow hatte mich verändert. Niemals werde ich den Anblick von Amals leblosen Körper vergessen können. Nie das Wissen, das ich selbst in gewisser Weise die Schuld dafür tragen. Doch vor allem, das Wissen wer sie umgebracht hat. Das würde er büßen. Dafür würde ich ihn töten. Genauso wie er sie getötet hatte. Genauso wie er mich fast getötet hätte. Aber so was musste geplant werden, das ging nicht so einfach. Nicht wenn das ganze Rudel hinter dieser kleinen Ratte stand. Ich musste ihn also allein abfangen. So, dass seine Schreie keine anderen Wölfe aufschrecken würde. Und das war verdammt schwer. Denn der Feigling rechnete natürlich damit, dass ich dabei nicht tatenlos zusehen würde. Besonders nachdem ich mich so sehr veränderte. Ich wurde immer schweigsamer, ruhiger. War immer mehr in mich gekehrter. Wandte mich von meinen Rudelkameraden ab. Von diesen kleinen Feiglingen, welche die Augen verschlossen vor der Wahrheit. Doch ich würde sie ans Licht bringen. In Gestalt von Shadows Leiche.
Aber einmal mehr wartete ich zu lang. Einmal mehr schaffte ich es nicht jene zu beschützen, die ich liebte. Es war meine Schwester Takenya, die als nächstes dran glauben musste. Sie wurde nicht getötet, nein, sie vertrieben sie „nur“. Aber verloren habe ich sie deshalb trotzdem ... Ich weiß nicht wirklich was sie tat. Angeblich hat sie sich mit einem Menschen angefreundet und hat Hündchen für ihn gespielt. Aber was weiß ich. Vielleicht hat sie auch gar nichts getan. Natürlich war mir klar, dass es dabei nicht um Takenya ging, sondern allein um mich. Allein um uns zwei. Um mich und Shadow. Doch jetzt würde ich nicht mehr länger warten. Keine Sekunde.
Und die Gelegenheit bot sich, als Shadow jagte. Unauffällig scheuchte ich das Tier immer weiter vom Lager, von den anderen Wölfen, weg. Dann, als wir weit genug waren, stützte ich mich auf ihn. Wartete nicht ab, bis er begriff was los war. Wenn diese Ratte gegen die Regeln spielte, konnte ich das schon lange. Was zählte jetzt schon noch? Jetzt wo Amal tot war. Takenya verbannt wurde. Alles was jetzt noch wichtig war, war Shadows gerechte Strafe. Sein Tod. Wir kämpften wieder. Bis die Welt nur noch aus uns beiden bestand. Aus unserem Kampf. Aus Sieg oder Niederlage. Aus Leben oder Tod. Und dann tat er es schon wieder. Brach aus dieser Reinfolge heraus und floh. Shadow preschte zurück ins Lager so schnell er konnte. Zurück ins Lager, zurück zu den Wölfen, die seiner Familie, ihm, treu ergeben waren. Was war ich dagegen schon? Von Anfang an unerlaubt und verboten. Böses Blut. Hatten sie es nicht schon immer gewusst? Ich denke nicht, dass die Frage, wem sie wohl eher glauben würden, schwer ausfiel. Ich war es, dem man nicht trauen konnte. Doch ich war jung damals. Ich versuchte es dennoch. Die mitfühlenderen von ihnen, jene die früher einmal mit mir befreundet waren. Meinten wohl Amals Tod und Takenyas Verbannung wäre mir wohl zum Kopf gestiegen. Die anderen waren sich garantiert sicher, dass so etwas in der Familie liegen muss. Doch ich stand da. Vor ihnen, die sie alle aus ihren Höhlen geströmt waren. Shadow in der ersten Reihe. „Er war es“, keuchte ich, „Er hat Amal umgebracht. Er wird es auch weiterhin nicht lassen, jene zu töten, die ihm im Weg stehen. Er muss verbannt werden!“ Der Rudelälteste trat vor. Er war uralt, sein Fell war nicht mehr nur grau, sondern neigte sich sogar schon dem Weißem zu. Dabei sei er einst so reinschwarz wie Shadow gewesen, wie man sich erzählt. Doch wissen tat das niemand so genau. Selbst die weisesten, ältesten Krieger waren noch Welpen gewesen, als er schon gekämpft und gejagt hatte. Er war immer gerecht und fair. Niemand hatte etwas vor ihm zu befürchten und jene die er verurteilte, gehörten auch stets zu den Schuldigen. Nur diesmal musste er sich irren. Nur dieses eine Mal. Er sprach also, seine Stimme klang wie das Knarren einer alten Eiche im Sturm: „Hast du ihn gesehen, Kiba? Hast du ihn gesehen, wie er Amal umgebracht hat?“ Vollkommen ruhig und gelassen stand er da, während ich begriff, dass ich verloren hatte. „Nein, ich hab ihn nicht gesehen. Ich sah nur, wie er hinter ihr herrannte,“ antwortete ich leise. „Er aber sagt, er hätte dich gesehen, wie du dich auf sie gestürzt hättest. Er hätte sie nur verteidigen wollen.“ „Nein, nein, dass ist nicht wahr!“ „Ich werde hier keinen Wolf der Lüge bezichtigen.“ Das war es, was ich immer an ihm geschätzt hatte. Dass er jedem glaubte, was er sagte. Niemanden von vorn herein als Lügner abstempelte. Doch hier machte er einen Fehler. Einen furchtbaren, unverzeihlichen Fehler. „Somit,“ fuhr der Alte ihn einer Seelenruhe fort, „bist du es, der hier zum wiederholten Male versucht, einen Rudelwolf zu töten. Somit bist du es, der verbannt werden muss. Zum Wohl des Rudels. Dies ist mein Urteil!“ Es lag nicht an ihm über mich zu richten, er sprach das Urteil aus, ja das mochte sein, doch der Richter blieb immer noch der Alpha. Aber bis jetzt hatte dieser noch nie seinem Ältesten widersprochen. Darüber hinaus, welcher Vater schnitt sich ins eigene Fleisch und Blut? Keiner und so nickte er nur stumm. Weiß ich ob er die Wahrheit kannte oder nur zum Wohl seines Sohnes schwieg. Was interessierte es mich damals auch schon. „Geh,“ meinte der Alte so gelassen, als würde er über das Wetter reden, „Geh! Möge deine Zukunft dir gnädig sein. Möge sie dich lehren was Gut und was Schlecht ist.“ Damit ging er die Reihe der Wölfen vorbei, zurück zu seiner Höhle. Er sprach das Urteil. Aber die Pfoten machte er sich nicht schmutzig. „Nein ... nein, dass ist - ...“, war alles, was ich aus meiner trockenen Kehle hervorbrachte. Fassungslos. Ungläubig. Doch in diesem Moment begriff ich, dass es entgültig vorbei war. Ich hatte keine Chance mehr. Nicht bei ihnen. Sie warteten allein, dass ihr Alpha ihnen das Signal gab, mich zu verjagen. Aber darauf würde ich nicht warten. Ich drehte mich um. Ohne diesem verfluchtem Rudel auch nur eines letzen Blickes zu würdigen. Drehte mich um und rannte davon. Weit weg von diesen dämlichen Feiglingen, die alles glaubten, was man ihnen vorsetzte.
Irgendwann, dann hielt ich an. Es war Ewigkeiten her, dass ich die Grenzen des Territoriums überquert hatte. Nie wieder würde ich hier her zurück kehren. Nicht einmal führ Soul. Ich habe nichts mehr zu tun mit denen. Ich bin frei. Einsam. Allein. Seit 1 ½ Jahren jetzt schon. Ja, ich habe nie etwas dagegen getan. Ja, ich habe stets so getan, als wäre meine Freiheit und meine Unabhängigkeit mir wichtiger als alles andere. Ja, ich habe stets den Unnahbaren gemimt. Aber nein, nein, ich habe es nie nicht anders gewollt.

Sonstige – Wichtige Fakten

Wunschrang
Wir werden sehen was die Zukunft bringt, ich finde es schön wenn sich soetwas im Play ergibt, müsste ich mich allerdings festlegen, würde ich ihn als Baika vorschlagen. Er scheint ruppig und hart. Doch er ist stets gerecht. Für die, die er liebt würde er absolut alles tun, ohne dabei an Strenge und Durchsetzungsvermögen zu verlieren. Sonst ist er allerdings auch als Caesul bestens aufgehoben.

Abmeldung
Bei kurzer Inaktivität spiele ich ihn selbst raus. Bei längerer zieht er einfach seine eigenen Wege, wie er es schon immer getan hat. Sollte ich das Forum ganz verlassen, steht es mir nicht zu ihn mitzunehmen, als Gesuch wird er das auch bleiben. Der Steckbrief darf gern so übernommen werden auch mit den Bildern. Es wäre allerdings schön wenn er etwas umgeschrieben werden könnte, muss aber nicht.

Der Spieler – Eine Seele im Wolfspelz

Name
Mellie

Alter
15 (1.2.1997)

Erfahrung
Ich spiele seit etwa drei Jahren RPG, hauptsächlich kleine Pen and Paper und in diversen ShortPlay-Foren. Seit einem Jahr etwa hab ich dann mit LongPlay begonnen, hatte aber RL bedingt eine kleine Pause in Sachen RP. Im Moment bin ich aber wieder bei den Schattenläufer und den Saskatoon Streunern.

Kontakt
skype unter kruekija oder auch einfach über PN.

Regeln
Gelesen & Akzeptiert



Zuletzt von Kiba am 2012-08-02, 17:44 bearbeitet; insgesamt 6-mal bearbeitet

Tala Khazé

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Caesul || Meutenmitglied
2

Re: Kiba;; heaven`s a lie am 2012-04-06, 13:54

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